DIE MILCH FÜR DEN «SCHÜLENER GEISSCHÄS» KOMMT AUS EBERSECKEN

 

Die Ziegen heissen in der Deutschschweiz meist «Geissen». Also heisst der Käse aus der Ziegenmilch «Geisschäs». Solchen gibt es seit Juni 2019 auch aus der Käserei Schülen, einem Betrieb der Regio Chäsi Willisau. In Schülen produziert die Regio Chäsi bekanntlich vor allem Sbrinz, aber ab und zu auch kleine Chargen Chäsibutter oder eben Geiss-/Ziegenkäse.

 

Der Ziegenkäse aus Schülen ist ein feiner, sehr aromatischer Halbhart-Käse. Die Käser in Schülen produzieren ihn zu runden Laiben von rund je einem Kilogramm Gewicht. Die Milch dazu liefern Marlise Hofer und Peter Jenni. Ihr grosser Ziegenstall steht oberhalb von Ebersecken. Der Wanderweg von Ebersecken über den Äsch nach Altishofen und Nebikon führt am Stall vorbei. Die Ziegen weiden um den Stall herum. Im umgebauten Stall haben rund 40 Tiere Platz. Derzeit halten sie 35 Milchziegen aus eigener Zucht und dazu noch drei Zuchtböcke.

 

Rare Sorte
Es sind ganz spezielle Tiere, die das Duo Hofer-Jenni züchten: Pfauenziegen. Gefördert von Pro Specie Rara. Das ist eine schweizerische, nicht-gewinnorientierte Stiftung, die 1982 in St. Gallen gegründet wurde. Stiftungszweck ist die «Erhaltung und Förderung der genetischen Vielfalt in Fauna und Flora». Das gilt auch für die Pfauenziege, einst vom Aussterben bedroht, jetzt von umsichtigen Züchterinnen und Züchtern wie Marlise Hofer und Peter Jenni unter der Schirmherrschaft von Pro Specie Rara vermehrt, gepflegt und bewirtschaftet.

 

Begrenzte Lieferzeit
Die Pfauenziegen sind – so Pro Specie Rara – «als typische Bergziegen geländegängig und robust». Die schwarz-weiss gezeichneten Tiere seien «nicht nur besonders schön, sondern auch sehr marschtüchtig.» Sie seien «ausgewogene Milch- und Fleischlieferanten». Marlise Hofer und Peter Jenni haben die Pfauenziegen 2016 an einer Ziegenausstellung in Sargans entdeckt und für ihren Neustart im Ziegenstall ausgewählt. Von Juni bis Oktober liefern sie alle Milch ihrer Ziegen der Regio Chäsi ab. Im Spätsommer kommt der Bock in die Herde, die trächtigen Geissen reduzieren langsam ihre Milchproduktion bis sie keine Milch mehr geben, um nach der Geburt wieder voll liefern zu können. Den kleinen Gitzi wird die Muttermilch vertränkt bis sie selber genügend Heu und Gras fressen. Mitte Februar 2020 waren es beispielsweise 13 neue Gitzi. «Geissen-Peter» Jenni erwartet noch gegen 10 zusätzliche Gitzi. Es ist keine Seltenheit, dass sie gleich als Zwillinge zur Welt kommen.

 

Wachsende Fan-Gemeinde
Wenn von Herbst bis Frühling keine Ziegenmilch aus Ebersecken in Schülen angeliefert wird, reicht der zuvor produzierte Käse für den Verkauf. Er wird im Käsekeller optimal gelagert und reift dort langsam nach, wird fester. Der «jüngste» Laib, der in die Verkaufstheke im «Chäs-Chäller» kommt, lag nach dem Verkäsen zwei Monate im Käselager. Während der «Milchzeit» der Ziegen melken und liefern Jenni und Hofer täglich zwischen 20 und 30 Liter. Die Milch wird in Schülen alle 2-3 Tage zu diesem Halbhart-Käse verkäst. Sieben Laibe à einem Kilo pro Verarbeitung. Aus der Milch der raren Ziegen wird so eine rare Spezialität der Regio Chäsi Willisau. Der Kundschaft mit Lust auf Geisskäse munde der Schülener Geisskäse aus der Genuss-Nische des Hauses sehr, freut sich Thomas Schweisser, Geschäftsführer der Regio Chäsi.

 

 

 

 

 

 
 
   
 
   
 
   
 
   
   
   
   

 

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