AUF DAS FUTTER KOMMT ES AN

 

Für die Produktion von Emmentaler, Sbrinz und den Hausspezialitäten kommt in der Regio Chäsi Willisau nur Rohmilch in die Fertiger. Dafür fressen die Kühe auf den Höfen der weit über 100 Milchlieferanten und Genossenschafter nur Heu, Gras und Kraftfutter, aber keine Silage.

 

In den weissen Ballen auf vielen Bauernhöfen lagert die Silage: vergärtes Gras, Mais, eine Art Sauerkraut für die Kühe. Für dieses «Gärfutter» wird Gras nur leicht angewelkt und in noch feuchtem Zustand verarbeitet. Es beginnt dann schon zu gären, was die Vermehrung von Keimen, Bodenbakterien fördert. Diese Keimbelastung lässt sich in der Silomilch im Vergleich zur Rohmilch nachweisen.

 

Keime in der Silomilch
Kühe, die mit Silage gefüttert werden, geben Milch, in der sich Buttersäurebakterien ausbilden. Sie können sich während der Reifung der Halbhart- und Hartkäse wie Emmentaler, Sbrinz oder Ringlichäs es sind, unkontrollierbar vermehren und zu massiven Fehlgärungen führen, die den Käse ungeniessbar machen. Einige wenige Sporen pro Liter Milch können bereits genügen, um diese Schäden auszulösen.

 

Mit Hitze gegen falsche Gärungen
Die Silomilch wird in der Milchindustrie mehrheitlich für Trinkmilch und andere Milcherzeugnisse verwendet. Auch die meisten Käsereien im Ausland verarbeiten aus Silomilch Käse, nicht zuletzt auch ihren «Emmentaler». Das gelingt entweder mit der Beigabe von künstlichen Zusatzstoffen wie Lysozym oder einer technischen Behandlung der Milch, was die Mehrzahl der Keime nicht überleben. Beide Eingriffe sind in Schweizer Käsereien, die Emmentaler oder Sbrinz AOP fertigen, tabu.

 

Eintrag im Grundbuchamt
In der Schweiz gab es zu Zeiten der Käseunion sogar gesetzlich geregelte Siloverbotszonen. So wurde mit einem Eintrag im Grundbuchamt klar geregelt, welche Betriebe an welche Käsereien lieferten und dafür silofreie Milch zu produzieren hatten. In der Grossregion Willisau durfte damals gar keine Silomilch gemolken werden. Heute verpflichten sich die über 100 Milchlieferanten mit ihren Lieferverträgen der Regio Chäsi Willisau nur beste Rohmilch zu liefern.

 

Praktisch und effizient
Landwirte meist mit eher grösseren Betrieben, die sich für die Silofütterung entschieden haben, sind schon in ihren früheren Käsereigenossenschaften oder vor der Fusion zur Regio Chäsi Willisau aus- und umgestiegen. Sie tun und taten dies aus Gründen der Effizienz und der Kosten: Die Silage ist praktisch und wetterunabhängig. Das Grünfutter kann in einem Tag eingeführt werden, zum Heuen braucht es mindestens zwei trockene, sonnige Tage. Auch auf dem Hof ist der Umgang mit der Silage einfacher zu bewerkstelligen als mit dem Heu. Was wiederum heisst: Das Melken von Rohmilch ist vorab beim Futter mit mehr Aufwand, Risiko, Ausdauer und Arbeit verbunden. Ein Kränzchen, das jedem Genossenschafter der Regio Chäsi von vornherein gewunden werden kann.

 

 

 

 

 

 

 

 
 
   
 
   
 
   
 
   
   

 

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