MILCH AB HOF

 

Die Regio Chäsi sammelt ihre Rohmilch mit Sammellastwagen einmal pro Tag auf den Höfen. Die einen Routen mit eigenem Chauffeur und Lastwagen, andere Höfe fährt ein Fuhrhalter im Auftrag an. Alois Meier vom «Schürhubel» liefert seine Milch direkt in der Kanne in Schülen zum Sbrinz machen ab.

 

Die festangestellten Chauffeure des firmeneigenen Scania-Lastwagens heissen Ueli Wechsler, Peter Meyer und Beat Buser; dazu kommen die Aushilfen Xaver Heller und Peter Rölli. Sie sammeln je nach Dienstplan die Rohmilch für die Käseproduktion direkt auf den Höfen oder an einem vorbestimmten Sammelplatz an der Strasse. «Hofabfuhr» heisst das im Fachjargon.

 

Stotzig und schmal
Der Fahrplan ihrer Morgen- oder Abendtour ist eng und ambitiös, vor allem natürlich im Winter und bei schlechtem Wetter. Die Hofzufahrten sind nicht selten steil, die Strässchen oft schmal und die Kurven eng. Zweimal pro Tag fährt der silberne Laster mit vollem Tank die beiden Käsereien an. In Kottwil fassen die beiden Fertiger 11 000 und 7500 Liter aufs Mal, in Schülen fasst der offene Fertiger 4000 Liter.

 

35 000 Liter täglich
Hinzu kommt jene Milch, die vom Fuhrunternehmer im Auftrag eingebracht wird. Das macht summa summarum rund 35 000 Liter Rohmilch pro Tag, oder 14 Millionen Liter pro Jahr. Die Milch wird nach dem Melken im Stall vom Bauer in Kühltanks zwischengelagert. Sie muss von Gesetzes wegen innerhalb von zwei Stunden gekühlt werden.

 

Von der Kanne in den Tank
Alois Meiers «Schürhubel» fährt der Laster nicht an. Alois führt seine Milch am Morgen nach dem Melken mit der gekühlten Milch vom Vorabend in Milchkannen ab. Er fährt die dann gegen 9 Uhr mit Ross und Wagen zur Käserei ins Dorf Schülen. Dort wird sie vom Chauffeur des ebenfalls anliefernden Lasters abgesogen und dann mit der anderen eingesammelten Milch in den Käsefertiger gepumpt.

 

Daten vom Himmel, Proben vom Hof
Bei jedem Lieferanten registriert der Sammelwagen mit der Milchabnahme automatisch die Milchmenge, die Temperatur der Milch und den Namen des Produzenten. Letzteren holt sich das System bei der Anfahrt der Standorte bzw. dessen Koordinaten via Satellitenspeicherung und GPS quasi vom Himmel. Direkt aus der gesammelten Milch wird im Laster täglich eine Probe der Milch jedes Lieferanten genommen und separiert. Die Proben werden gekühlt zwischengelagert und in den Käsereien untersucht.

 

Gesetzliche Ruhezeiten trotz Kurzstrecken
Kontrolle auch bei den Chauffeuren der Sammelwagen: Sie unterstehen wie alle anderen Lastwagenfahrer der Arbeits- und Ruhezeitverordnung. Trotz kurzer Strecken sind sie verpflichtet, die gesetzlichen Ruhezeiten einzuhalten. Diese werden laufend kontrolliert. Bis vor drei Jahren waren die Milch- und Lebensmitteltransporte noch von dieser Pflicht befreit.

 

 

 

 

 

 

 

 
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
   
   

 

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