NACHHALTIGKEIT IM BETRIEB, NÄHE ZUM KUNDEN IM NEBENERWERB

 

Daniela und Fredy Haldi haben den Betrieb Im Januar 2009 übernommen. In spitzen Zeiten helfen ein Bruder und die Mutter mit. Zuvor wirtschaftete einer von fünf Brüdern gemeinsam mit der Mutter als Betriebsgemeinschaft auf dem Haldi-Hof. Der Vater ist früh erkrankt. Der Hof liegt gleich neben der Primarschule von Menzberg. Nando und Salome wissen das zu schätzen, Marvin fährt ab Sommer 2020 mit dem Postauto nach Menznau zur Schule.

 

Haldis 30-35 Kühe liefern Milch für die Sbrinz-Käserei in Schülen. Je nach Saison steht eine stattliche Anzahl Kälbli im Stall. Dazu dezentral in einem anderen Schürli: 6 Gusti und 10 Rinder im Aufzuchtvertrag. Fleisch und Wolle der Schafe werden ebenfalls regional vermarktet. Haldis halten aktuell 18 Muttertiere, einen Bock und Jungtiere. Dazu gibt’s auch Haldis Hühner. Und Heilpflanzen.

 

Danielas Naturpflaster
Heilkräuter und Heilpflanzen sind Danielas Leidenschaft. Sie baut sie im Bauerngarten an. Sie sorgen für mehr Biodiversität, für mehr Schmetterlinge im Garten. Damit aber nicht genug: Daniela lernt in Kursen, wie man daraus Heilsalben, Tinkturen und Tees herstellt. Sie hat gelernt, welche Pflanzen welche Wirkung zeigen. Wie man zum Beispiel – ganz banal – rasch und effizient einen Wespenstich heilen kann: «Salome hatte auf dem Weg zu den Kälbern im ”Schürli“ eine Wespe gestochen. Ich habe Spitzwegerich am Wegrand gepflückt, die Blätter mit der Hand zerrieben, bis Saft rauskommt, habe dann den frischen Brei Salome auf die Stichwunde gestrichen und mit einem Blumenstängel festgebunden. Alles gut! Der Stich beisst nicht mehr, die Wunde schwillt auch nicht an. Ich sage dem Naturpflaster.» Auch Blacken eignen sich als Notfallset. Diese aber – von den Kühen verschmäht, findet sie nicht auf den eigenen Wiesen. Dort wurden sie nachhaltig ausgerottet. Sie sammelt sie daneben.

 

Sieben Tage die Woche
Daniela betreut natürlich nicht nur den Garten und die Kinder. Sie steht mit Fredy auch morgens wie abends im Stall sieben Tage die Woche. Sie tränkt die Kälber. Sie sorgt sich mit homöopathischen Mitteln um deren Gesundheit. Sie nennt sie beim Namen, den sie ihnen selbst gibt. Sie mistet den Kuhstall aus. Sie ist auf einem kleinen Bauernhof in Grosswangen aufgewachsen. Sie hat die Lehre im Verkauf gemacht. Immer bei den Lebensmitteln. Fredy hat Metzger gelernt.

 

Nebenerwerb im Verkauf
Heute arbeiten beide noch immer Teilzeit im Migros Sursee. Sie zu 40 Prozent in der Charcuterie und beim Käse, er zu 40 Prozent in der Metzgerei und an der Fleischtheke. Eine Arbeit, die beide nicht missen möchten: «Es ist eine gute Abwechslung vom Alltag auf dem Hof und in der Familie. Ich schätze auch die Nähe zum Kunden», sagt Daniela. Und Fredy war zu gerne Metzger, um ganz aufzuhören. Er schätzt die Arbeit an der Fleischtheke sehr. Danielas Eltern in Grosswangen hüten derweil noch so gerne die Kinder. Oder Marvin, der Älteste, betreut seine Geschwister daheim. Natürlich sei der Nebenerwerb wichtig für das Budget des Betriebs, genauso wie für den eigenen Gefühlshaushalt.

 

Bonus für gute Sbrinz-Milch
Fredy Haldi liebt den Umgang mit seinen Tieren. Er arbeitet gerne im Stall. Die Kuhmilch wird im nahen Schülen zu Sbrinz verarbeitet. Der Transporter der Regio Chäsi holt sie täglich in Menzberg ab. Für seine Milch erhält er dennoch nicht den vollen Preis, der für die Verarbeitung zu Sbrinz üblicherweise bezahlt wird. Weil die Regio Chäsi mit der Produktion von Emmentaler in Kottwil und Sbrinz in Schülen den Genossenschaftern einen einheitlichen Mischpreis pro Liter Milch bezahlt, egal ob die zu Sbrinz oder Emmentaler verarbeitet wird. Haldi: «Bei guter Qualität kann ich aber pro Monat mit einem Rappen mehr pro Liter rechnen. Und bekomme ohne Beanstandungen halbjährlich nochmals zwei Rappen pro Liter als Bonus.» Damit könne er leben: «Die Partnerschaft mit der Regio Chäsi stimmt für mich. Ich weiss, wo und wie unsere Milch optimal verarbeitet wird. Das ist mir wichtig.»

 

Haldis Heutrockner
Genauso wichtig ist Fredy Haldi die ökologisch wie ökonomisch nachhaltige Entwicklung des Betriebs. So wird das Entfeuchten der Luft im Heustock zur Herzensangelegenheit. Fredy präsentiert den selbst konzipierten geschlossenen Kreislauf verbunden mit einer Photovoltaik-Anlage auf dem Scheunendach nicht ohne Stolz: «Das ist mein Ding! Die vier Heustöcke werden Tag und Nacht energieneutral belüftet und getrocknet.» Natürlich wird auch das Regenwasser in einem grossen Tank gesammelt und im Betrieb verwendet.


 

 

 

 

 

 

 
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   

 

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