MILCHLIEFERUNG MIT RONJA UND WAGEN

 

Bauer Alois Meier fährt die Rohmilch seiner zehn Kühe mit Ross Ronja und Wagen in Milchkannen zur Sbrinz-Käserei Schülen. Schülen gehört zur Gemeinde Willisau. Er hat den Hof «Schürhubel» im Berggebiet 1 und 2 mit 24 Jahren von seinem Vater übernommen. Jetzt ist Sohn Pirmin sein Nachfolger. Die beiden Familien haben 2009 kräftig umgebaut.

 

Der Junior hat den Betrieb im Jahr 2013 mit 28 Jahren offiziell übernommen. Pirmin mit Ursi und den beiden Kindern Sandro und Katja. Der Kanton wollte es so. Weil zum Bau des neuen Zweifamilienhauses auf dem landwirtschaftlichen Betrieb die Nachfolge binnen zweier Jahre geregelt werden musste. Pirmin arbeitet auswärts; bis September 2014 schweizweit als Montageleiter für Heizkessel, ab Oktober dann stationär im nahen Werkhof Willisau. Er hat Heizungsmonteur gelernt und berufsbegleitend die Ausbildung zum «Nebenerwerbsbauer» absolviert.

 

Der Nebenerwerb ist Teil des Systems
Alois Meier, Jahrgang 55, steht täglich im Stall und macht gerne weiter, was er seit seinem 24. Lebensjahr mit ungebrochener Freude tut. Damals hat er den Hof «Schürhubel» von seinem Vater übernommen. Alois sieht nicht ein, warum er jammern sollte. Er hat auch immer schon im Nebenerwerb auswärts gearbeitet. Bis heute. Meist auf dem Bau, rund 30 Prozent. Sonst hätte es nicht gereicht. Alois wohnt mit seiner Frau Margrit heute im Parterre des in den letzten Jahren gebauten Zweifamilienhauses neben dem früheren Bauernhof. Die Wohnung dort ist aufgehoben.

 

Holzschnitzelheizung in der Küche
In der früheren Küche produziert heute eine Holzschnitzelheizung die Wärme fürs Zweifamilienhaus. Auf dem Vordach sorgen 20 Quadratmeter Sonnenkollektoren für Heisswasser. Im Stall, einst Teil des Wohnhauses, stehen neben fünf Stück Jungvieh, die Alois selber aufzieht, neun oder zehn Milchkühe, die er alle beim Namen kennt: Alpha, Adler, Trossel, Sina, Claude… Der Anfangsbuchstabe muss mit dem Anfangsbuchstaben des Namens vom Vater übereinstimmen. Adlers Vater hiess Alibaba.

 

Auslauf für Ross und Hund
Alois melkt die Kühe morgens und abends. Am Morgen fährt er die Milch jeweils mit Ross und Wagen in die Chäsi Schülen. So haben Ross und Hofhund regelmässig Auslauf, Alois kann seine Gedanken fliegen lassen und der Weg zum Hof muss wegen der schweren Milchlastwagen nicht speziell gefestigt werden.

 

Hütedienst gesichert
Pirmins Frau Ursi arbeitet zwei Tage die Woche als Arztsekretärin auf der Orthopädie im Spital Sursee. Dann hütet Schwiegermutter Margrit die beiden Kinder Katja und Sandro. Eine perfekte Lösung, finden beide lachend. Margrit ist als Kind schon auf einem Bauernhof aufgewachsen, Ursi nicht. Aber ihr gefällt es sehr, so wie es jetzt ist auf dem Schürhubel. Ihre Familie wohnt im ersten Stock des modernen Neubaus.

 

Der nächste Meilenstein
Wie es auf dem Hof einmal weitergehen wird, wenn Alois in ein paar Jahren nicht mehr so mag oder kann, weiss Primin heute natürlich noch nicht. Was nicht heisst, dass er sich dazu ab und zu schon mal seine Gedanken macht. Ob er dann weniger auswärts arbeiten gehen werde, ob man die Betriebsstruktur ändern muss, wer weiss. Viel Spielraum gibt es für Betriebe in dieser hügeligen Gegend nicht neben der Milchwirtschaft. Die 10 ha Land sind für den Futterbau. Ackerbau ist in der Bergzone 1 und 2 kein Thema. Zum Hof gehört noch ein kleines Stück Wald zum Holzen. Die Optionen? Nur Jungviehaufzucht vielleicht, Mutterkuhhaltung etwa. Heute gibt es noch 75 Remonteplätze zur Aufzucht von Schweinen.

 

 

 

 

 

 

 

 
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 
   
 

 

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